Vegan in Neapel

Enge Gassen, laute Mopeds, elegante Plätze, der Geruch von Kaffee und Pizza – die Eindrücke von meinem ersten Besuch in Neapel sind vielfältig. Die aufregende und mitreißende Stadt am Fuße des Vesuvs ist nicht zuletzt aus kulinarischer Sicht eine Reise wert.

 Neapel Vesuv

Am Fuße des Vesuvs gibt es ganzjährig viel frisches Obst und Gemüse. Unbedingt probieren sollte man Friarielli, ein leicht herbes, grünes Blattgemüse, was nur auf der Vulkanerde Neapels gedeiht und was es in Restaurants oftmals als Beilage gibt. Man muss sich in Neapel aber keineswegs nur mit Beilagen zufrieden geben.

Bruschetta

Bruschetta in Ischia bei Neapel

Krosses Baguette belegt mit saftigen Tomaten, frischem Knoblauch, aromatischen Basilikum und Olivenöl. Bruschetta ist auch hierzulande eine beliebte Vorspeise und in Neapel natürlich auch in vielen Restaurants günstig zu bekommen. Bei einem Ausflug zur Insel Ischia gab es in einem kleinen, unscheinbaren Strandrestaurant die wirklich leckerste Bruschetta, die ich während des Urlaubs gegessen habe. So konnte es dann gut gestärkt ans Meer gehen.

Pasta

Pasta al arrabiata

Pasta gilt in Neapel als Vorspeise und wird in verschiedensten Varianten serviert. Ich habe mir sagen lassen, dass die traditionelle Hartweizenpasta eifrei ist und darauf vertraut, wenn ich Pasta gegessen habe. Auf der Karte gab es immer Pasta mit einer Tomatensoße, die rein pflanzlich war. Im Hostel wurde uns zum Pasta Essen das Da Nennella als typisch neapolitanisches Restaurant empfohlen. Dort gibt es für 15 Euro Antipasti, ein Pastagericht und ein Hauptgericht sowie Wasser und unbegrenzt Wein, was einen ausgedehnten Abend verspricht. Allerdings war die Atmosphäre in den vollen und eher stickigen Räumen sehr hektisch und laut. Das war schon lustig zu erleben und ist natürlich typisch für Neapel, hat aber leider nicht zum Verweilen eingeladen. Das Essen konnte das leider auch nicht wett machen.

Pizza

Italien und Pizza sind ein bekanntes Paar. In Neapel wird die Pizza auch gerne frittiert. Mein Essen der Wahl war während der Woche in Italien aber immer wieder Pizza Marinara. Die einfache Pizza ist klassisch ohne Käse und nur mit Tomatensoße, Oregano und viel Knoblauch. Es gibt teilweise eine riesige Pizza für nur drei Euro, immer wieder super lecker und sehr zu empfehlen.

L’Antica Pizzeria da Michele

Via Cesare Sersale 1/3, 80139, Neapel

Pizza Marinara

Bekannt ist diese Pizzaria Da Michele aus dem Film „Eat Pray Love“. Das macht sie zu einem echten Touristenmagnet, was durchaus zu langen Wartezeiten führen kann. Zu warten lohnt sich aber auf jeden Fall. An den gefliesten Wänden hängen Bilder berühmter Persönlichkeiten und natürlich auch von Julia Roberts, die genussvoll in ein Stück Pizza beißt. Während einem der Tisch zugewiesen wird, muss man sich schnell zwischen einer von zwei Pizzen entscheiden: Marinara und Margherita. Von Gemütlichkeit fehlt auch hier jede Spur, aber für die große vegane Pizza Marinara, die es hier für fünf Euro gibt, kann man darauf auch gut verzichten.

Sorbillo

Via Dei Tribunali, 38, 80121, Neapel

Mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet, ist auch Sorbillo eine begehrte Pizzaria – plant also auch hier Wartezeit ein. Auch hier gibt es als vegane Option eine sehr leckere vegane Pizza Marinara für drei Euro, aber auch eine rein pflanzliche Pizza mit einer veganen Käsealternative, was ich sonst nirgendwo gesehen habe.

‚O Grin

Via Mezzocannone 83, 80134, Neapel

O Grin Schild

O Grin Menü

O Grin Theke

O Grin Seitan

O Grin Kuchen

Auch wenn ich mit unzähligen Marinaras wirklich sehr zufrieden über die ersten Tage in Neapel kam, erschien die große Auswahl an veganem Essen im ‚O Grin wie im Schlaraffenland. Der kleine Laden im eher studentischen Viertel hat ein komplett tierfreies Bio-Angebot und ist auch hinsichtlich der Ausstattung nachhaltig. Gerade da einem in Neapel viel Plastikgeschirr begegnet, ist es besonders schön, dass hier auf ökologische Alternativen zurück gegriffen wird. Das Angebot wechselt täglich und es gibt verschiedene kleine Gerichte in für um die drei Euro die auch kombiniert werden können. Darunter sind Salate, Sandwiches oder Aufläufe. Mit Kuchen und Kaffee ist auch für den Nachtisch gesorgt.

Il Cuoppo Friggitori Napoletani

Via San Biagio Dei Librai, 23, 80138, Neapel

Frittiertes Gemüse

Nicht nur frittierte Pizza ist in Neapel eine Spezialität. Auch sämtliches Gemüse wird in die Fritteuse geworfen und an vielen Stellen der Stadt in kleinen Läden verkauft. Neben klassischen Pommes gibt es auch frittierte Zucchini und Auberginen für eine schnelle Mahlzeit zwischendurch.

Eis

Gelato gibt es an jeder Ecke, eine vegane Variante habe ich aber leider nicht entdeckt. Es gibt aber durchaus Alternativen, um sich zu erfrischen, während man an heißen Tagen durch Neapels Straßen schlendert.

Granita di limone

Granita di limone

Zitronen Granizado gibt es in vielen Cafés. Das Zitronenpüree mit Zucker und Eiswürfeln ist eine fruchtige Erfrischung.

Stickouse

Place Sette Settembre 20-21, 80134, Neapel

Stickhouse

Veganes Eis im Stickhouse

Stickhouse Eis

Im Stickhouse bekommt ihr eine große Auswahl von Eis am Stil in etlichen fruchtigen Sorten. Das hier wirklich Früchte in den Tiefkühler wandern, schmeckt man auch total. Der Eisladen bietet sogar ein Sojaeis an, falls man mal weniger Lust auf Obst hat.

Espresso!

Espresso

Nicht zu vergessen ist natürlich der Kaffee in Bella Italia. Die Bialettis stehen in verschiedensten Modellen, Größen und Farben in den Schaufenstern, der Geruch von Kaffee hängt in der Luft. Ob morgens in aller Ruhe in einem Café auf dem sonnigen Platz oder in der Hektik des Tages an einer Bar – der Espresso war immer so cremig und intensiv, sodass ich mir gleich welchen mitnehmen musste, um die Urlaubsstimmung auch zurück in Berlin noch etwas zu bewahren.

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3 Gedanken zu „Vegan in Neapel

  1. Ava, Veganer sagt:

    Moin! Wie sicher kann man sich denn in Italien eigentlich sein, dass, wenn man Pasta vegan bestellt, nicht nur an die Soßen gedacht wird, sondern auch die Teigwaren selbst ohne Ei sind? Ich hab es schon erlebt, dass beim Nachfragen herauskam, dass sie „traditionale“ waren. Nur eben die Zutaten waren rein pflanzlich. Hat sich in den letzten Jahren was getan in Sachen Gründlichkeit?
    LG, Ava

    • Gina sagt:

      Hi Ava,
      das kann ich nicht genau sagen. Ich habe mich vorher erkundigt, wie es bei den Restaurants ist, wo ich dann gegessen habe. Da ich kein Italienisch spreche, war die spontane Verständigung diesbezüglich nämlich nicht so einfach. Ich habe dann einfach darauf vertraut, dass auch vegan drin ist, wenn vegan dran steht. Ist natürlich nicht so schön, wenn du da schon negative Erfahrung gemacht hast.
      Liebe Grüße
      Gina

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